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RADON IN INNENRÄUMEN
Nachweis von radon
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Vorkommen

In der Erdatmosphäre kommen auf ein Radonatom im Mittel 1021 Luftmoleküle. Die Quelle des Radons ist das im Gestein und im Erdreich in Spuren vorhandene Uran und Thorium, die langsam zerfallen. In deren Zerfallsreihen wird das Radon gebildet. Dieses diffundiert dann aus den obersten Bodenschichten in das Grundwasser oder in die Atmosphäre. Damit gelangt es auch in Keller oder Rohrleitungen. Radon aus tiefer gelegenen Erdschichten erreicht die Oberfläche i.d.R. nicht, da es wegen seiner geringen Halbwertszeit schnell zerfällt. Aufgrund dieser Eigenschaft kommt Radon vermehrt in Gebieten mit hohem Uran- und Thoriumgehalt im Boden vor. Dies sind in Deutschland hauptsächlich die Mittelgebirge aus Granitgestein, vor allem der Schwarzwald, der Bayerische Wald und das Erzgebirge.

Landkarte der Radonakitivitätskonzentration in der Bodenluft der Bundesrepublik Deutschland
Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit: "Radon - Ein Edelgas belastet das Wohnen"

Gesundheitliche Bedeutung der Radon-Belastung

Radon und seine radioaktiven Zerfallsprodukte gelangen nach Übertritt in die Atmosphäre zusammen mit der Atemluft in die Lunge und bestrahlen diese. Insbesondere beim Einatmen von Radon können die beim Zerfall entstehenden Alphateilchen die Alveolen der Lunge direkt schädigen und damit krebserregend wirken. Dies kann in Folge zu Lungenkrebs führen.
Die Zerfallsprodukte des Radons sind ebenfalls radioaktiv. Zwar handelt es sich bei ihnen nicht um Gase, sondern um Feststoffe, jedoch können sie in Verbindung mit Staub eingeatmet werden. Mittels dieser Bindung an Staub können sie sich dauerhaft in der Lunge einlagern, wodurch das Lungengewebe wiederum radioaktiver Bestrahlung ausgesetzt wird.
Der Wirkmechanismus des Radons ist also der, dass besonders das lebende Gewebe der Alveolen direkt dem Gas ausgesetzt wird, wodurch hauptsächlich Lungenkrebs ausgelöst werden kann.

Radon ist gemeinsam mit seinen Zerfallsprodukten für etwa 30 % der Strahlenexposition der deutschen Bevölkerung verantwortlich. Gemäß einer europaweiten Studie muss davon ausgegangen werden, dass Radon etwa 9 % der tödlichen Lungenkrebsfälle und 2 % aller tödlichen Krebserkrankungen verursacht. Damit sind rein rechnerisch innerhalb der Europäischen Union etwa 20.000; in Deutschland etwa 3.000 Lungenkrebstote auf Radon zurückzuführen.

Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Lungenkrebsrate um mindestens 10 % steigt, wenn sich die Radonkonzentration in der Wohnraumluft um 100 Bq/m3 erhöht, neuere amerikanische Studien gehen sogar von 15 % aus.
Hierzu ist jedoch einschränkend anzumerken, dass Tabakrauchen noch bei Weitem gefährlicher ist. Dies zeigt auch die folgende Tabelle, in welcher die Wahrscheinlichkeit angegeben ist, bis zum Alter von 75 Jahren an Lungenkrebs tödlich zu erkranken:

Konzentration

Nichtraucher

Raucher

0 Bq/m3

0.4%

10.0%

100 Bq/m3

0.5%

11.6%

400 Bq/m3

0.7%

16.0%

Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz, Pressemitteilung vom 01.02.2005

Hervorzuheben ist dabei die erkennbare kombinierte Wirkung von Radon und Rauchen. Die Radonexposition führt insbesondere im Zusammenwirken mit anderen Lungenkanzerogenen - wie z.B. Tabak - zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit, an Lungenkrebs zu erkranken. Tabakkonsum ist zwar die häufigste Ursache für Lungenkrebs, jedoch wirkt sich die zusätzliche Exposition von Rauchern gegenüber Radonzerfallsprodukten nicht additiv, sondern multiplikativ aus. Dies bedeutet ein nochmals wesentlich erhöhtes Lungenkrebsrisiko bei gleichzeitiger Einwirkung von Tabak und Radon, selbiges trifft übrigens auch in Kombination mit Asbest zu.