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Hier sieht man was alles mit der OLED Technologie moeglich sein wird: Inzwischen sind zahlreiche organische Materialien bekannt, die beim Anlegen einer Spannung leuchten, ob gelb, grün, rot oder blau – alle Farben sind möglich. Vom erfolgreichen Laborversuch zur großtechnischen Produktion ist es indes ein steiniger Weg: Die Dioden sind extrem empfindlich gegenüber Feuchtigkeit und Sauerstoff und müssen daher hinter Glas verkapselt werden. Für die Verarbeitung gelten Reinheitskriterien wie in der Halbleiterindustrie. Und noch basteln die Wissenschaftler an den optimalen Materialien. So strahlen nicht alle Farben mit der gleichen Effizienz, was den Stromverbrauch in die Höhe treibt, die Lebensdauer verkürzt und damit den breiten Einsatz vollfarbiger Großdisplays noch schwierig machen. OLED-Displays haben heute im Informationszeitalter in vielen Einsatzgebieten eine Schlüsselstellung erlangt. Das Display bestimmt den ersten Eindruck eines Produkts auf den Anwender. Die Qualität des Displays wirkt sich also auch nachhaltig auf die Qualität des Endprodukts aus. Laufend werden neue Display Technologien entwickelt oder bestehende verbessert. Andere scheinen wieder zu verschwinden, haben nie gehalten was sie einst versprachen. Die beispiellose Rasanz bei der Entwicklung von organischen Displays und das Tempo des erzielten technischen Fortschritts bei der OLED-Display Technik sollte eher optimistisch stimmen. Organische Displays verschaffen einem Produkt neben den optischen Vorzügen auch ein unverwechselbares Outfit. Vor dem Hintergrund der zu erwartenden technischen Entwicklungen lohnt es sich durchaus bereits jetzt sich ernsthaft mit dieser Technik zu befassen. Vor mehr als zehn Jahren entdeckten Forscher die ersten Kunststoffe, die unter Stromzufuhr leuchten. Seither arbeiten zahlreiche Firmen und Forschergruppen in aller Welt am Monitor von morgen. Das Grundprinzip der OLEDs ist jedoch immer dasselbe. Auf eine transparente Elektrode wird eine dünne leuchtende Schicht aufgetragen - ein Tausendstel eines Menschenhaars genügt. Darauf kommt eine zweite Elektrode. "Fließt Strom durch dieses Sandwich, leuchtet der Kunststoff" In der Natur gibt es viele Beispiele für Lumineszenzeffekte. Der bekannteste ist wohl das Glühwürmchen, das sein gelbliches Licht ein- und ausschalten kann. Die Wissenschaftler unterscheiden verschiedene Arten von Lumineszenz (siehe Kasten).Forscher haben die dahinter stehenden Grundlagen analysiert und festgestellt, dass einige natürliche Polymere Halbleitereigenschaften haben und somit für den Transport elektrischer Ladungen geeignet sind.Solche konjugierte Polymere können mittlerweile künstlich und genau spezifiziert hergestellt werden. Halbleiter und andere elektrische Bauteile sind also bald nicht mehr auf Kristallstrukturen angewiesen sondern können aus Kunststoffen gefertigt werden. Es lassen sich aber auch andere, von kristallinen Halbleitern bekannte Effekte mit konjugierten Polymeren erzielen. Der Leuchteffekt ist hier die Parallele zur Lichtemission der seit Jahrzehnten genutzten Leuchtdioden. Wo kann man bereits heute OLEDs zweckmäßig einsetzen? Mit dem aktuellen Stand der Technik lassen sich schon zahlreiche Anwendungen bedienen, z.B. Handheld Geräte der Telekommunikation Handheldgeräte für Datenerfassung PDA im weitesten Sinne Freizeit, Fun, Wellnes (mp3 Player, Navigation, Uhren, Vitalfunktionskontrolle) Intelligente Bedienelemente (Displays in Tasten) Im Vergleich zu Flüssigkristall-(LCD)-Bildschirmen weisen OLED-Bildschirme Vorteile auf, weil ihnen ein anderes Funktionsprinzip zugrunde liegt. Flüssigkristalle wirken wie eine Jalousie, die das Licht, das aus dem Hintergrund eingestrahlt wird, für den Betrachter im Vordergrund an- und ausschaltet. Dagegen benötigen OLED-Displays keine Hintergrundbeleuchtung, da die Dioden das Licht beim Anlegen einer elektrischen Spannung selbst emittieren. Ein dunkler Bildpunkt wird bei einem LCD-Display daher lediglich abgeschattet, bei einem OLED-Display wird er einfach ausgeschaltet.

Ein OLED-Display ist daher:

energieeffizienter als ein voll hinterleuchtetes LCD-Display. Vor allen Dingen dann, wenn der Bildinhalt wenig helle Bilder zeigt, wie es häufig bei Filmen der Fall ist. kontraststärker als ein herkömmlich hinterleuchtetes LCD-Display. OLED-Displays erreichen Kontrastwerte von bis zu 1.000.000 zu 1. sehr dünn, da auf die Hintergrundbeleuchtung verzichtet werden kann. Die Hersteller haben bereits drei Millimeter dünne OLED-Bildschirme gezeigt. sehr umweltfreundlich, da die OLED-Funktionsschichten nur wenige Nanometer dünn sind und keine umweltkritischen Substanzen enthalten.

Die wichtigsten Vorteile von OLEDs sind:

* Hohe Helligkeit bei starkem Kontrast * Keine Blickwinkelabhängigkeit * Videotauglichkeit * Weiter Temperaturbereich * Vollfarbdisplays und flexible Displays möglich * Niedriges Gewicht * Kompakte, extrem dünne Bauweise * Niedrige Herstellkosten OLED-Displays haben eigentlich eine einfache Struktur mit einem oder mehreren organischen Filmen zwischen zwei Elektroden. Die typische Dicke der organischen Filme liegt bei etwa 100-200 nm. Dabei werden in der Regel zwei Arten organischer Materialien eingesetzt: langkettige Polymere, die aus einer Lösung verarbeitet werden,und kleine Moleküle, die im Vakuum thermisch aufgedampft werden. Die aus einer Lösung verarbeiteten Filme für sog. Passivmatrix-Displays erhält man durch Aufschleudern, Tintenstrahldruck oder andere Lösungs-basierte filmbildende Verfahren. Die meistgebrauchte Bezeichnung für solche OLEDs ist Polymer-OLED. Der lichterzeugende Mechanismus ist hierbei hauptsächlich Fluoreszenz. Dem gegenüber kann das Konzept von OLEDs mit kleinen Molekülen (“small molecule OLEDs“ mit Filmabscheidung im Vakuum) auch auf Phosphoreszenz beruhen. Bei einer Spannung von 3 bis 10 V werden Elektronen in den Film injiziert, und zwar von einem Kathodenmaterial mit niedriger Austrittsarbeit: geeignet sind Metalle wie Barium oder Kalzium, oder auch bestimmte Fluoride. Gleichzeitig werden Löcher (positive Ladungen) von einer transparenten Anode (wie Indiumzinnoxid, ITO) mit hoher Austrittsarbeit in das organische Material injiziert. In bereits wenigen Jahren wird es Leuchten aus OLEDs geben. Erste Prototypen sind bereits jetzt zu sehen.